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Anstrich für den Innen- wie den Außenbereich

Dispersionsfarbe wird für den Anstrich von Wänden und Decken sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich verwendet. Als Dispersion wird eine Mischung aus mindestens zwei Stoffen bezeichnet, die sich chemisch verbinden (Emulsion). Die im Handel gängige Wandfarbe wird unterschieden zwischen synthetischer Kunstharzdispersionsfarbe und Naturharzdispersionsfarbe.
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Dispersionsfarbe im Überblick

DispersionsfarbeBild: Sto AGKunstharzdispersionsfarben für den Innenbereich sind nach der Norm DIN EN 13300 und für den Außenbereich durch die Norm DIN EN 1062 definiert. Die in der Regel weiß pigmentierte Farbe kann zur Tönung mit Volltonfarben gemischt werden.

Zusammensetzung und Bestandteile:

Eine Dispersionsfarbe besteht aus einer Emulsion von Bindemitteln und Lösungsmitteln, farbgebenden Substanzen sowie Zusatzstoffen. Die Dispersion der Kunstharzfarbe setzt sich meistens aus Wasser als Verdünnungsmittel und Kunstharz als Bindemittel zusammen.

Die Kunstharze werden aus Mineralöl gewonnen. Als Pigment wird das weiß erscheinende Titandioxid verwendet. Als Füll- und Zusatzstoffe dienen Kalziumkarbonat, Silikate sowie Quarzmehl. Hilfsstoffe, die technische Anwendung beeinflussen sind zum Beispiel Stabilisatoren, Verdickungsmittel oder auch Konservierungsmittel.

Kunstharzdispersionsfarben mit einem hohen Anteil an Kunstharz eigenen sich aufgrund ihrer Wasserfestigkeit besonders für Außenwände und Innenräume mit einer höheren Luftfeuchtigkeit. Naturharzdispersionswandfarben werden überwiegend aus natürlichen Substanzen wie die Pflanzenöle Leinöl oder Rizinusöl hergestellt. Die farbgebende Substanz besteht aus mineralischen Pigmenten. Das Bindemittel Naturharz wird aus Bienenwachs, Baumwachs oder Pflanzenleim gewonnen.

Anwendung und Eignung der Dispersionsfarbe:

Die Dispersionsfarbe wird als Wandfarbe zum Anstreichen sowohl in Wohnräumen als auch in Küchen oder Badezimmern sowie in spezieller Norm für den Außenbereich verwendet. Durch ihre Beschaffenheit eignet sie sich für fast jeden Untergrund wie Gipskarton, Zementfaserplatten, Raufasertapeten, Prägetapeten oder Putz. Eine waschfeste Dispersionsfarbe ist besonders für Wohnräume geeignet.

Sie besitzt eine hohe Deckkraft, ist frei von Reflexionen und leicht aufzutragen. Eine wischfeste Dispersionsfarbe ist eher für Wände und Decken in Räumen wie Keller oder Garagen geeignet. Diese Farbe deckt auf Anhieb eher dürftig, ist aber abwaschbar.

Naturharzdispersionsfarben sind umwelt- und gesundheitsverträglicher, jedoch in der Anschaffung etwas teurer. Neben einem anfänglichen Geruch der Naturöle bilden diese oftmals eine gleichmäßig verteilte Vergilbung.

Synthetische und natürliche Dispersionsfarben besitzen eine geringe bis gute Wasserdampfdurchlässigkeit, welche sich auf die Regulation der Luftfeuchtigkeit auswirkt.

Je besser die Wasserdampfdurchlässigkeit, desto stärker wirkt die Farbe einer eventuellen Schimmelbildung entgegen. Dispersionsfarbe wird sehr häufig für Neuanstriche und bei auffrischenden Renovierungen verwendet. Sowohl die flüssige als auch die feste Dispersionsfarbe lässt sich mittels Pinsel, Rollen oder anderen Instrumenten einfach oder kreativ leicht auftragen.

Alternative Wandfarben mit eigenen Vor- und Nachteilen sind z.B. die Kalkfarbe oder auch die Leimfarbe.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Maler-Vergleich.com

Erfahrungen & Fragen zum Thema Dispersionsfarbe

Dispersionssilikatfarbe VS reine Dispersionsfarbe

Ich habe in meinem EFH an den meisten Decken Knauf Gipskartonplatten. (Nur die Stöße sind gespachtelt) Es geht nun um die Anstriche. Wenn ich Ihre Artikel richtig verstanden habe, scheidet Silikatfarbe aus, da durch die Verkieselung die Farbe eine Verbindung mit dem Untergrund eingehen würde und beim späteren Entfernen der Farbe diesen beschädigen würde. Richtig soweit? Ich lege Wert darauf, dass die Farbe nicht gesundheitsschädlich ist. Auch sollte sie dispersionsoffen sein, um die Eigenschaften des Gipses nicht zu behindern. Ist deshalb einer Dispersionssilikatfarbe ggü. einer reinen Dispersionsfarbe der Vorzug zu geben? Gilt für den Bad- und Küchenbereich dasselbe? (=> GKB grün) Bitte geben Sie mir Ihre Empfehlung. Als weiterer Punkt würde mich Ihre Einschätzung zu einem Naturendputz (Lehm?) auf die mit Gips verputzen Wände interessieren.
Antwort von Meisterwerk

Jeder Anstrichstoff hat seine Vor- und Nachteile. Erstmal ist zu beurteilen, welche Eigenschaften die Beschichtung haben soll, sprich welche Anforderungen ist vom Anstrich zu verlagen, z.B. werden glatte Wände schnell schmutzig, sind Allergien bekannt. Erst wenn Sie wissen, was Ihnen wichtig ist, kann man für Sie den richtigen Anstrichstoff auswählen, weil jede Beschichtung seine Vor- und Nachteile hat. So gehe ich als Meisterbetrieb vor, damit ich meinen Kunden das anbieten kann, was sie brauchen und was über die Jahre mehr Nutzen hat. Erst wenn ein Produkt einen Mehrwert hat, ist man auch gewillt etwas mehr auszugeben, denn der Preis spielt auch eine Rolle. Ich mach Ihnen eine kurze Liste mit Vor- und Nachteilen der beiden Beschichtung.

Dispersionsfarbe:
Günstig
Hohe Reichweite ca. 100m²
Diffusionsoffen
Je nach Qualität der Farbe
Sehr gute Deckkraft Klasse 1
Nassabriebsklasse 1
Matt bis glänzend
Guter Verlauf
Schnell trockend
Nicht ätzend beim Verarbeiten
Keine hohen Abdeckaufwand
Robust

Dispersionssilikatfarbe:
Teuer
Gute Reichweite ca. 80m²
Sehr hohe Diffusionshoffenheit
Deckkraft Klasse 1
Nassabriebsklasse 2
Matt leicht wolkig
Ätzend für die Haut, hohe Schutzanforderung der Verarbeiter
Hoher Abdeckaufwand: Glas, Pflanzen, Möbeln und Boden können verätzt werden (Flecken)
Alkalischer Stoff, keine Schimmelbildung möglich
Perfekt für Feuchträume
Allergiker geeignet

In der Regel verwendet man bei gipshaltigem Untergrund eine Dispersionsfarbe, da dieser den Anforderungen genügt. Selbst bei einer Dispersionsfarbe gibt es Qualitätsunterschiede von 1,90€ pro Liter bis 5,60€. Die Dispersionssilikatfarbe wird meistens in Feuchträumen verwendet, weil das Risiko von Schimmelbildung höher ist oder auch in Wohnungen, die generell Probleme mit Schimmel haben. Oder Sie haben einen kalkhaltigen Untergrund z.B. ein Kalkzementputz, da ist es wichtig im System zu bleiben, da sonst die ganzen postiven Eigenschaften des Putzes verloren gehen, wenn man diesen mit Latex z.B. streichen würde.

Ich hoffe, dass ich Ihnen damit etwas geholfen habe. Es ist nicht einfach, das Richtige zu finden, aber dafür sind wir da. Bei Fragen können Sie mich gerne anrufen, ich werde Ihnen da gerne weiterhelfen.

Wand mit Dispersionsfarbe mit Klarsichtlack überstreichbar?

Ich habe die Wand mit einer Dispersionsfarbe gestrichen. Damit sie abwischbar wird möchte ich die Wand mit einem Lack / Klarsichtlack überstreichen. Geht das ? Was muss ich beachten ?
Antwort von Günter Haase Malerfachbetrieb

Wenn die Haftfähigkeit des Untergrundes, die gestrichene Oberfläche für den Schutzanstrich ausreicht ist ein transparenter Schutzanstrich mit einem Lack möglich. Zu bedenken ist, das so ein Schutzanstrich die Diffusionsfähigkeit dauerhaft auf 0 herabsetzt und zumeist nicht reversibel ist. Tapezieren Sie bei der nächsten Renovierung ein Glattvlies als Trennschicht und nehmen ein Wasserbasiertes Acryl-Material dann könnten Sie zukünftig auch noch mal andere Entscheidungen treffen.

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