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Pulverlack: aufladen, aufgetragen, einbrennen!

Pulverlack besteht zu fast 100% aus Feststoffen. Das Pulver wird elektrostatisch aufgeladen und legt sich dadurch auf die zu beschichtende und geerdete Oberfläche. Durch anschließendes Einbrennen entsteht eine Lackschicht auf dem Werkstoff. Die lackierte Fläche überzeugt mit oftmals hoher Ästhetik und Beständigkeit.
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Pulverlack: Eigenschaften und Inhaltsstoffe

Applikation eines Pulverlackes im Sprühverfahren, By Hardcoreraveman (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Pulverlacke bestehen aus einem Bindemittel sowie Pigmenten, Additiven und Füllstoffen. Pigmente geben dem Pulverlack Farbe, Füllstoffe und Additive verleihen dem Lack zusätzliche Eigenschaften, beispielsweise mehr Festigkeit. Als Bindemittel kommen beispielsweise Epoxidharze, Polyester oder auch ein Epoxid-Polyester-Mischpulver zum Einsatz. Im letztgenannten Fall spricht man von einem Hybrid-Pulverlack. Epoxidharz wird auch als Bindemittel für 2K-Lack genutzt.

Auf dem Markt findet man neben transparenten auch bunte Pulverlacke, sodass es Pulverlack in allen möglichen RAL-Farben gibt. Viele Pulverlacke sind sehr abrieb- und schlagfest und auch chemisch beständig. Allerdings hängen die Eigenschaften teils von der Art des Bindemittels ab, die für den Pulverlack genutzt wird.

Epoxidharz-Pulverlack ist beispielsweise besonders resistent gegen viele Säuren, Laugen und Salze und bietet hervorragenden Korrosionsschutz. Allerdings ist er im Vergleich zu Hybrid-Pulverlack weniger resistent gegen UV-Licht. Fürs Lackieren mit Pulverlack ist daher auch die Auswahl der passenden Pulverlack-Art wichtig. Der Glanzgrad von Pulverlacken reicht von stumpfmatt bis hochglänzend.

Wird Pulverlack mit passenden Geräten aufgetragen, ist die Materialeffizienz sehr hoch: Pulver, das nicht an der zu lackierenden Oberfläche haften bleibt, wird wiederverwertet. Zudem lässt sich Pulverlack oft einfacher entsorgen als lösungsmittelhaltige Lacke. Pulverlacke lassen sich veredeln, sodass sich spezielle optische Effekte (z.B. Metalliceffekt) ergeben.

Pulverlack: Einsatzgebiete

Mit Pulverlack beschichtet man klassisch vor allem Metallteile, beispielsweise Metallmöbel und -Fassaden sowie Karosserien aus Metall und Metallmaschinen im Rahmen einer industriellen Metallbeschichtung. Zunehmend kommen Holz- und Kunststoffteile hinzu. Häufig wird etwa Holz mit anderen Lacken und auf andere Art lackiert, aber mithilfe neuer Verfahren lässt sich auch Holz mit Pulverlack beschichten.

Arbeiten mit Pulverlack

Beim Beschichten von Metall mit Pulverlack macht man sich die Eigenschaft elektrisch geladener Teile zunutze, an der Oberfläche nicht leitender Körper vorübergehend zu haften. Der Pulverlack wird daher elektrisch aufgeladen, sodass er auf dem geerdeten, zu lackierenden Objekt kleben bleibt.

Dafür genutzte Verfahren sind die Elektrostatische Pulverbeschichtung mit einem Hochspannungsgenerator sowie die einfachere Triboelektrische Aufladung von Pulverlack, bei der sich das Pulver durch Reibung auflädt. Aber Achtung: Nicht jedes Verfahren ist für jeden Pulverlack geeignet.

Im nächsten Schritt folgen das Einbrennen und das Aushärten des Lacks in einem Spezialofen. Diese Vorgänge sorgen dafür, dass der Pulverlack die jeweilige Oberfläche dauerhaft beschichtet. Wie lange der Pulverlack bei welcher Temperatur eingebrannt werden muss, ist (abhängig vom Produkt) unterschiedlich.

In der Produktbeschreibung oder im technischen Datenblatt von Pulverlack findet man Angaben wie „Empfohlene Einbrennbedingung: Objekttemperatur 180° C / 10 min.“. Bei der Verweildauer des lackierten teils spielt aber auch die Materialdicke eine Rolle, sodass die Verweildauer meistens über der Einbrennzeit liegt. Die normalerweise benötigten Temperaturen in Einbrennöfen für Metallwerkstoffe liegen bei 150 bis etwa 220 Grad Celsius. Bei der Lackierung von Holzfaserplatten mit Pulverlack sind die Einbrenntemperaturen aber niedriger.

Vorarbeiten fürs Lackieren mit Pulverlack

Beim Lackieren mit Pulverlack können (wie beim Lackieren mit anderem Lack) Vorarbeiten anfallen. So muss beispielsweise eventuell vorhandener Rost entfernt werden. Auch von Ölen und Fetten sollte man das Werkstück befreien.

Lackieren mit Pulverlack ist Arbeit mit einem technisch aufwändigen Verfahren und daher für die meisten Laien eher ungeeignet. Spezielle Fachbetriebe können für ihre Kunden aber Lackierarbeiten mit Pulverlack übernehmen.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Ansgar Sadeghi, Redakteur www.Maler-Vergleich.com