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Brandschutzanstrich: Wie funktioniert er?

Ein Brandschutzanstrich kann bei Privathäusern Sinn machen. Bei größeren Mehrfamilienhäusern und/oder öffentlichen oder gewerblichen Gebäuden ist er oft Pflicht. Ein feuerhemmender Anstrich erhöht den Widerstand des angestrichenen Bauteils gegen Feuer und kann so helfen, im Brandfall Leben zu retten.
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Brandschutzanstrich: Grundlagen und Vorgehensweise

Ein Brandschutzanstrich gehört zum baulichen Brandschutz. Eine Grundlage hat er in der deutschen Musterbauordnung, die der Vereinheitlichung der Landesbauordnungen in Deutschland dienen soll. In Paragraf 14 heißt es:

„Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.“

Ein im Rahmen von Malerarbeiten aufgebrachter Brandschutzanstrich (Brandschutzbeschichtung) soll dazu beitragen, dieses definierte Ziel zu erreichen. In weiteren Paragrafen der Musterbauordnung werden Brandschutzanforderungen an spezielle Bauteile definiert. Hier fallen auch Begriffe wie Gebäudeklasse, feuerhemmend oder feuerbeständig.


Die Gebäudeklasse entscheidet, welcher Brandschutz nötig ist

Die Musterbauordnung definiert fünf Gebäudeklassen mit jeweils eigenen Brandschutzbestimmungen, die unter anderem festlegen, wo normale Wandfarbe nicht ausreicht, sondern ein Brandschutzanstrich nötig wird. Die Bestimmungen sind für Gebäudeklasse 1 am niedrigsten und für Gebäudeklasse 5 am höchsten. Die Musterbauordnung definiert beispielsweise als Bauwerke der Gebäudeklasse 1 „freistehende Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m²“ sowie „freistehende land- oder forstwirtschaftlich genutzte Gebäude“.

Die Landesbauordnungen können etwas von dieser Musterbestimmung abweichen, sodass sich auch für die Güte beim Brandschutzanstrich veränderte Regeln ergeben. Die Begriffe feuerhemmend (F30), hochfeuerhemmend (F60) und feuerbeständig (F90) orientieren sich an der alten Norm DIN 4102 (Teil 2). Die Zahl hinter dem „F“ beziffert die Zeit, die das jeweilige Bauteil einem Feuer widersteht. Neben der alten existiert heute die neue Europanorm „DIN EN 13501-2“. Ein feuerhemmender Anstrich im engeren Sinne würde also dafür sorgen, dass beispielsweise ein F30 Bauteil dem Feuer mindestens 30 Minuten standhält.

Brandschutzbeschichtung für Stahl

Bei Stahlkonstruktionen kann eine Brandschutzbeschichtung besonders wichtig werden. Während Holzbalken ohne Brandschutzanstrich oft verkohlen und dabei noch eine ganze Weile ihre Tragfähigkeit behalten, zeigt ein Stahlbau ohne Brandschutzanstrich durch professionelle Maler eventuell viel schneller strukturelle Schwächen, die zum Zusammenbruch der Konstruktion führen. Das kann bei einer Temperatur ab etwa 500 Grad geschehen, die bei einem Brand oft schnell erreicht wird. Ein feuerhemmender Anstrich soll den Zusammenbruch zumindest hinauszögern.

Brandschutzbeschichtung im Brandfall

Bei einem Bauteil mit Brandschutzbeschichtung sorgt die Hitze im Brandfall dafür, dass die beim Brandschutzanstrich verwendete Brandschutzfarbe blitzschnell aufschäumt. So bildet ein feuerhemmender Anstrich eine kühlende Schutzschicht, die das jeweilige Bauteil eine Zeit lang vor dem Feuer schützt. Dieses „Verhalten“ des Anstrichs nennt man auch „Intumeszenz“.

Arbeiten beim Brandschutzanstrich

Ein Brandschutzanstrich lässt sich zwar durchaus mit Rolle und Pinsel auf zu schützende Bauteile auftragen. Einige Fachleute empfehlen aber das Airless-Verfahren, damit ein feuerhemmender Anstrich entsteht. Beim Airless-Verfahren wird ohne Luft mit Druck gearbeitet, um die Farbe auf die Oberfläche aufzubringen.

Wer mit einem Brandschutzanstrich gesetzliche Auflagen erfüllen muss, sollte Fachbetriebe mit der Sache beauftragen, um auf der sicheren Seite zu bleiben.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Ansgar Sadeghi, Redakteur www.Maler-Vergleich.com