Edelputz: die schönste Art von Putz

Die wichtigste Eigenschaft von Edelputz: er sieht gut aus und trägt zu einem ansprechenden Wohn- und/oder Fassadendesign bei. Die Bandbreite der Edelputze ist groß und lässt viel Gestaltungsspielraum. Aber Edelputz hat nicht nur ästhetische Eigenschaften.
Dieser Artikel wurde von
Ansgar Sadeghi für www.Maler-Vergleich.com verfasst.
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Edelputz: Einsatzgebiete & Eigenschaften

Edelputze sind Oberputze, die man als Innen- wie als Außenputz nutzen kann. Edelputz verschönert Wände, Zimmerdecken oder Pfeiler. Abhängig vom Produkt kann man den Edelputz auch in Feuchträumen einsetzen. Bei einer eng gefassten Definition sind Edelputze weiße und farbige mineralische Werk-Trockenmörtel, die man zur Herstellung von Oberputzen nutzt. Oft gelten aber auch andere Oberputze mit ästhetischer Funktion als Edelputz. So findet man auf dem Markt auch Kunstharz- oder Lehmputz mit der Bezeichnung Edelputz.

Die Bestandteile verschiedener Edelputze sind sehr unterschiedlich. Varianten sind etwa Marmorsand, Kalk, Weißzement, Quarze und Lehm. Edelputz kann Gerüche absorbieren und antibakteriell wirken. Es gibt ihn in weißen und in Varianten mit Farbpigmenten, wobei bestimmte weiße Edelputz-Angebote tönbar angeboten werden, sodass sie viele Farben annehmen können. Edelputz ist in der Regel ein sehr diffusionsoffener Putz, der in Innenräumen auch zur Regulierung des Raumklimas beiträgt. Er nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie später wieder ab.

Dünnschichtiger und dickschichtiger Edelputz

Man unterscheidet dünnschichtigem und dickschichtigem Edelputz mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Allerdings ist nicht nur die Putzart für die Struktur verantwortlich, sondern auch die Art der Bearbeitung. Dünnschichtiger Edelputz wird maximal in der Größe des Korns auf den Untergrund aufgetragen und strukturiert. Man zählt beispielsweise folgende Edelputz-Arten zu den dünnschichtigen:

  • Münchner Rauhputz (auch: Rillenputz): Die Korngröße beträgt bei diesem Edelputz bis zu drei Millimeter. Charakteristisch sind die Rillen, die etwa durch das Reiben des Putzes mit einem Reibebrett entstehen.
  • Scheibenputz: Die Struktur der Putzschicht ist beim Scheibenputz im Vergleich zum Rauhputz feiner. Sie entsteht beispielsweise durch Reiben mit einem Schwammbrett.

Auf der anderen Seite stehen die dickschichtigen Edelputze. Während die Putzschichtdicke beim dünnschichtigem Edelputz Werte zwischen zwei und fünf Millimetern erreicht, sind die Putzschichtdicken bei dickschichtigem Edelputz dicker. Sie übersteigen die Korngröße des Putzes und liegen bei bis zu 15 Millimetern. Zu den dickschichtigen Edelputzen gehören etwa diverse Kratzputze. Dank vieler möglicher Farben sowie vieler Bearbeitungsmöglichkeiten sind viele ästhetische Putzschicht-Varianten mit einem Edelputz möglich.

Wie arbeitet man mit Edelputz?

Generell kann man Edelputz sowohl mit der Hand als auch mit der Maschine auf den Untergrund aufbringen, wobei man beim konkreten Produkt schauen muss, ob wirklich beides geht. Wie bei jedem Verputzen gilt auch bei der Arbeit mit Edelputz: Der Untergrund muss trocken, rissfrei, eben und tragfähig sein. Eine zu hohe Saugfähigkeit kann problematisch werden. Dann muss man eventuell eine Grundierung zwischen Untergrund und Edelputz einplanen. Ist der Putzgrund gut, wird der Edelputz angemischt und aufgetragen.

Eine Herausforderung ist die Struktur an der Oberfläche der Putzschicht: Je nachdem, was gewünscht ist, entsteht sie etwa durch kreisende Bewegungen mit dem Zahnspachtel, durch das Herausarbeiten rechteckiger Strukturen mit anderen Spachteln oder durch ein Reiben mit dem Reibebrett. Etwas handwerkliches Geschick sollte man daher für die Arbeit mit Edelputz besitzen, damit eine ansehnliche Putzschicht entsteht, die dauerhaft rissfrei bleibt.

Fachbetriebe geben gerne unverbindlich Auskunft, welche Möglichkeiten man mit Edelputz hat.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Edelputz

Silikonharzverputz v.s. Silikatverputz auf Vollwärmeschutz?

Ich habe eine Hausfassade deren Aufbau ist: 25 cm Mischmauerwerk (KS-Stein / Beton / Leichtbeton) 5 cm Wärmedämmung hochdämmendes Polystyrol (weiches Styropor) Vollwärmeschutzgewebe eingebettet in Vollwärmeschutzgewebekleber, ca. 5 bis 6 mm dick KEIN Edelputz Anstrich Lotusan - Farbe Alter der Fassade bis hier: ca. 20 Jahre das Gebäude steht frei, keine Bäume in unmittelbarer Nähe, in einem Gewerbemischgebiet mit mäßigem Durchgangsverkehr Nun soll die Fassade saniert, und ein zwei mm Edelputz (Reibeputz) aufgetragen werden. Es steht ein Silikonharzputz und ein Silikatverputz zur Debatte. Farbe: Mittleres Grau (mineralisches Pigment), der Untergrund wird mit einer (grauen) Haftbrücke vorbereitet. (Natürlich wird die Fassade vorher gesäubert etc.) Mehrere Sanierer (Stukkateure und Malermeisterfirmen) schlagen Silikonharzverputz vor. Ich habe jedoch gewisse Zweifel gegenüber dem Silikonharzputz: Vergleich: Dr. Uwe Erfurth ( http://www.institut-erfurth.de/pdf/anstriche2009.pdf ) Ich habe der von mir favorisierten Firma (einer Malermeisterfirma die auch mein privates Wohnhaus sehr gut gestrichen hat) meine Bedenken vorgetragen. Der Chef hat diese nicht einfach so beiseitegewischt, sondern mein Anliegen ernst genommen. Er verarbeitet jedoch seit Jahren Silikonharzputze von Sto und hat damit gute Erfahrung gemacht. Damit hat ergemäß seiner Aussage keine Reklamationen. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Kunden in der Regel nach ein paar Jahren auftretende Mängel (wie z.B. Dreck und Algen auf der Fassade) eben so hinnehmen; und solange die Kunden nicht reklamieren ist ja alles in Ordnung. Kaum ein Handwerker prüft die langfristige Qualität seiner Arbeit, denn er vertraut auf die Qualitätsversprechen seiner Zulieferer. Ich persönlich sehe beim Silikatverputz jedoch einen deutlichen Vorteil wegen der höherer Stabilität, und vor allem in der optisch (wesentlich) besserern Standzeit. Er bleibt angeblich länger schön, und kommt dabei ohne Algizide und Fungizide aus. Außerdem ist er nicht brennbar, (dadurch besserer Brandschutz auf VWS) und er ist besser zu entsorgen. Allerdings weiß ich nicht, ob ein Silikatverputz auf einer (vor 20 Jahren) mit Lotusanfarbe gestrichenen Fassade auch gut haften kann, da hier keine Verkieselung mit dem Untergrund stattfinden kann. Wenn Silikatverputz auf dem alten Lotusananstrich nicht haftet, ist er natürlich keine gute Lösung. Ich möchte aber auf keine Fall die Fassade in acht bis zehn Jahren wieder...und wieder.... und wieder... sanieren, und mit Farbe oder Algiziden / Fungiziden streichen lassen. Was ist Ihre Erfahrung im 15 bis 25 Jahre - Langzeittest: Silikonharzverputz v.s. Silikatverputz auf Vollwärmeschutz?
Antwort von SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN

Einen mineralischen Putz auf einem Kunststoffunterbau zu machen, ist keine gute Idee. Die Gründe hierfür haben Sie bereits selbst richtig dargelegt. Möglich wäre, den Anstrich entfernen zu lassen und die alte Armierungsschicht zu prüfen, ob diese mineralisch ist. Die Dicke der Wärmedämmung ist m. E. eher bescheiden. Die beste WLG vor 20 jahren war 035. Damit haben Sie einen U-Wert von ca 0,65 W/m²K mit Ihrer Konstruktion. Zum Vergleich: Neubaustandard 0,24 W/m²K, KfW-Förderstandard 0,2 W/m²K und Passivhaus < 0,15 W/m²K. Wenn Sie die Dämmung aufdoppeln, können Sie sogar noch Förderung von derzeit 20% in Anspruch nehmen. Da der Aufwand für Gerüst/Putz/Anstrich sowieso anfällt, sollten Sie das m. E. ernsthaft in Erwägung ziehen.

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